Sonntag, 1. April 2007
 
Das war die Time Warp
Zuerstmal möchte ich anmerken, daß ich schon langelangenlange nicht mehr so viel am Stück getanzt habe - der Parkscheinautomat zählte am Ende 14:36 Nettostunden Anwesenheit. Davon ging sicher die eine halbe Stunde für das Finden der Veranstaltung (stellt man sich einmal auf einen anderen Parkplatz...) und den Rückweg zum Auto drauf.
Dazu kamen dann nochmal sicher 45 Minuten Anstehen für die Garberobe, und hey, ich hab Glück gehabt und durfte meine Jacke noch abgeben. Fazit der ganzen Aktion war letztendlich, daß Hell schon fast ausgehellt hatte, bis ich seine Klangsphären fühlen konnte - so war das nicht geplant.
Aber zum Glück gibts ja noch mehr, und so zog es mich bald zu Ellen Allien, die gewohnte Qualität bot - gefolgt von Magda die den Raum in minimale Klänge tauchte. Nicht ganz so minimal war das Vorhandensein von Publikum - besser gesagt: Es war dicht gedrängt, und zum Teil gar etwas rücksichtslos. also verließ ich schweren Herzens den Saal, der eigentlich als Heimstatt für die Nacht geplant war.
Schauen wir uns doch mal den Newcomer- Floor an! Der bestand aus einem Pavillion ganz am Ende des Geländes, da wo sich zumindest mal niemand aus Versehen hin verirrt. Doch anscheinend wurde er gesucht, denn auch hier war feierndes Volk anwesen - aber definitiv das von der besseren Sorte und in angemessener Menge - es war Platz zum tanzen da und die Amsterdame Shinedoe heizte mit harten aber gerechten Sounds in einem Maße ein, wie es die SWR4- Logos rund um den Pavillion sicher noch nicht erlebt hatten. Den Faden sponn die Schweizerin Manon gekonnt, wenn auch nicht ganz so energiegeladen weiter.
Nun wollten wir aber noch ein Scheibchen Loco Dice erleben und schwirrten zurück zu Floor 4 - aber der war immer noch überfüllt. Also weiter zurück zum 2. Floor. Hier bestritt der wohlbekannte Anthony Rother gerade sein Liveset. Überraschenderweise scheint die Zeit der poppigen Electro- Songs die er mit 'Popkiller' eingeläutet hatte, passè zu sein, ebenso wie die lustigen, manchmal auch grenzwertigen Vocal seiner früheren Werke. Stattdessen spielte er ein fast nur instrumentales, ansonsten stark an seine Frühwerke erinnerndes Electro- Set.
Ich fands etwas langweilig, aber ich wartete ja auch auf IHN: Richie Hawtin, Gott, unsichtbares rosa Einhorn und fliegendes Spaghettimonster in einem für Anhänger der minimalen Künste. Und im Gegensatz zum letzten Jahr, traute sich Sven diesmal nicht, ihm ins Mischpult zu greifen. Der Trend für dieses Jahr scheint eindeutig der Spruch 'Darfs noch etwas Höhe mehr sein' zu sein, an den sich Richie leider etwas zu sehr hielt. Aber in den 7 Stunden, die noch größtenteils vor ihm liegen, kann er einiges an Platten unterbringen - ich werde sicher wiederkommen.
Doch erstmal zog es mich wieder zurück zu Floor 4, der sich jetzt doch schon fast tanzbar zeigte, und den Liveauftritt von Martin Buttrich genießen.
Im Anschluß begann Ricardo Villalobos aufzulegen, der seinen Stil ins neue Jahr hinübergerettet hat. Solide, hörens- und tanzenswerte Kost vom Meister. Die letzten 40 Minuten drehte er nochmal richtig auf. Extrawelt erwiesen sich als solider, rockender Liveact, bei dem keine Minute verloren ist. Den Clubhit 'Soopertrack' gabs natürlich erst zum Schluß.
Im Anschluß durfte ich feststellen, daß James Holden wirklich nicht doll mischen kann. Tolle Plattenauswahl, aber bei der Ausführung haperte es leider.
Was aber nicht wirklich schlimm war, denn bei einer Rückkehr zu Richie stellte sich heraus, daß sich dort auch Ricardo eingefunden hatten und die beiden sich eines ihrerr famosen Ping- Ping- Sets leisteten. Damit gingen die letzten zwei Stunden dann sehr schnell rum.

...Und plötzlich hat da jemand das Licht angeknipst:




Trotz anfänglicher Befürchtung, daß ich das gedehnte Lineup nicht überleben würde, hats tierischen Spaß gemacht. Durch den Ausbau von 3 auf 5 Floors bot sich eigentlich zu jeder Zeit eine Alternative, wo man im letzten Jahr schon leichte Ausweichprobleme hatte. Allerdings war der Ausbau auch tierisch nötig, denn es weilten auch weit mehr Zuschauer in Mannheim. Floor 3 und 4, die allein schon jeweils größer waren als der alte Dritte, waren dauerüberfüllt - was aber sicher auch der hochkarätigen Besetzung geschuldet war. Dazu gabs die üblichen Stauungen jeweils zu den Eingängen der Floors, denn leider wurden, bis auf den Eingangsbereich, der ja bisher zu 2 Dritteln von Floor 3 belegt wurde, keine weiteren Zugänge freigegeben, so daß man sich auf den beiden Floors in der Halle weiterhin von ganz hinten nach vorne durchboxen mußte (wenn man denn ganz nach vorne wollte, aber ja: die Leute gibts).
Aber es hat sich auch was verbessert orgamäßig: So waren an den Theken - sowas kennt man von Cosmopop ja gar nicht - keine nennenswerten Schlangen. Achja, und die Dixies wurden auch abgeschafft - zusätzlich zu den eh schon auf dem Gelände vorhandenen Toiletten wurden eine Reihe Toiwagen angekarrt. Die Warteschlangen für die begehrten Sitzplätze hielten sich ebenfalls in Grenzen.
Ein Riesendank geht übringens noch ans Wetter. So konnte man sich dank der Plusgrade auch mal zum Luftschnappen nach draußen wagen, und was ich noch aufs Wetter zurückführe: küssende paare allüberall - ja, der Frühling ist da.
 
Von: ericpp um 21:53hnightkommentieren