Dienstag, 21. Februar 2006
 
Meinungsfreiheit - Halbzeit und Seitenwechsel
Wir erinnern uns: Weil ein paar Dänen es wagten, einen bärtigen Mann zu malen, gingen sie zu Zehntausenden auf die Straßen, rannten wie die Dollen gegen die Zäune fremder Botschaften an, waren sogar bereit, für die Verteidigung ihrer Religion zu sterben - und einige taten es auch.

Szenenwechsel: Deutschland, Februar 2006. Man soll es doch nicht glauben, aber die gleichen Mäuler, die vor einer Woche noch die hemmungslose Meinungsfreiheit gepredigt haben, schreien plötzlich nach Zensur und Verbot.
Was ist passiert? Ein Film ist in die deutschen Kinos gekommen, ein Actionfilm, ein Kinderfilm. Und damit auch möglichst viele Kinder (vorwiegend die die des Türkischen mächtig sind, denn er wurde nicht synchronisiert) ihn sehen können, wurde die Altersgrenze herabgesetzt, auf 16 - unter der Annahme, daß 16- jährige die Handlungen des Films von der Realität unterscheiden können.
Nur scheint das so ein Problem zu sein. Viele scheinen die Handlung, die einige der schlimmsten amerikanischen Mißgeschicke/Unfälle/Gräultaten der letzten Jahre in einen zusammenhängenden Plot zur Zeit des Irakkriegs zusammenschneidet und aufs Drastische überzeichnet, für bare Münze zu nehmen. Damit nicht genug: Durch das Einbauen von überaus 'häßlich' gezeichneten Juden wird den Zuschauern eine Bestätigung für den Verschwörungsschwachsinn geboten, dem so viele in der muslimischen Welt anzuhängen scheine.
In der muslimischen Welt, okay. Aber wie können junge Menschen, die hier aufgewachsen sind, und eigentlich gelernt haben sollten, wie man einen Kopf benutzt, einen solchen Mist für wahr halten?

Iran, ihr könnt Eure blöden Zeichner heimschicken. Was wollt Ihr noch karikieren was Eure Gesinnungsgenossen nicht schon längt geschafft haben?
Und wagt es bloß nicht, Eure Kohorten für die Meinungsfreiheit auf die Straße zu schicken, wenn hierzulande Kinder aus den Kinos ausgesperrt werden.
Wenn der Film dann abgesetzt werden muß, weil die Säle leerbleiben - ich kann mir nicht vorstellen, daß erwachsene Menschen, selbst wenn sie Moslems sind, sich das in Massen antun werden - dann bleibt zu hoffen, daß zumindest der deutsche Verleiher auf einem kleinen Schuldenberg hocken bleibt.

Fazit: Ich mag es nicht besonders, einer Meinung mit Stoiber und Konsorten - den Hasspredigern des Spießbürgertums - zu stehen, aber hier muß ich ihnen wohl zustimmen.
Nachdem ich die Meinung einiger Kinder gelesen habe, finde ich nicht, daß sie die unterstellte Reife besitzen, Fiktion und Realität zu trennen. 'Kurtlar Vadisi Irak' wird Minderjährigen vorgeführt die das Gesehene nicht richtig verarbeiten könnnen. Ob das den Hass schürt weiß ich nicht, aber zum Denken regt er sicher nicht an.

Tal der Wölfe - warum er ab 16 freigegeben wurde
 
Von: ericpp um 00:40hpolitics | 0 Kommentare | kommentieren

 
*brrr*
Gestern war so feines Wetter, und was muß ich heute Morgen erleben? ekligster Nieselregen und Temperaturen die sich bis Mitte der Woche wieder der Zahl Null nähern sollen....

Na wenigstens ist es inzwischen etwas heller geworden.
 

 
Sonntag, 19. Februar 2006
 
Welch Hexenwerk
Lilian findet die Pest doof. Und Hinrichtungen erst recht. Blöd aber auch, daß ihr eine solche bevorsteht. Denn dummerweise hat sie grade die Pille erfunden, und sowas bringt eben einfach nur Ärger.
Also heißt es, wohl oder übel, die Hessische Heimat zu verlassen. Daß sie diese Reise nicht alleine antreten wird, ist klar. Aber mit so einem chaotischen Trupp konnte man nun wirklich nicht rechnen.

Die Knebel von Mavelon von Steffi von Wolff
Also eines vorweg: Wer anhand des Covers auf viel Ringelcontent hofft, könnte enttäuscht werden.

Das Buch spielt im Jahre 15 hundert- nochwas, Hexenverfolgung, Reformation, Pest und die gerade passierte Entdeckung Amerikas geben eine gute Kulisse für die, zum Teil etwas zu überdrehte Geschichte.
Da das Buch von einer Frau geschrieben wurde ist es natürlich Ehrensache, daß die meisten Männer Weicheier, Idioten, geile Böcke oder eine Mischung aus allen dreien sind. Allerdings kommen auch die weniger angenehmen Teile der weiblichen Bevölkerung zur Geltung. Steffi, das ist gerecht.
Was ich nicht gerecht finde ist, daß die Heldin, obwohl sie doch die Pille erfunden hat, den Großteil des Buches hindurch abstinent bleiben muß während die Begleiterinnen sich bereits lustig mit der Männerwelt vergnügen. Ob die Autorin da auf ein Happy End hinarbeitet?
Ein Happy End wäre zumindest dringend nötig, denn am Anfang des Buchs passiert schon genug Leid. Und die zynischen, bisweilen sogar bitterbösen Kommentare über die Lebenssituation im Mittelalter und unter feudalen Herrschaftsbedingungen lesen sich sehr schön makaber und dürften die damaligen Realität gut wiedergeben (zumindest soweit ich in Geschichte aufgepaßt hab)
Auch wenn ich einige Stellen nicht mehr ganz so witzig fand, besonders fürs erste Drittel lohnt sich das Buch.

PS: Es liegt jetzt zum Ausleihen bereit.
 

 
Alle Vögel sind noch da

Zumindest hier am Main ist die Vogelgrippe noch nicht angekommen. Und da man ja nie weiß, wie lange das noch so bleibt, habe ich diesen Moment auf Pixel gebannt - vielleicht wird es einst als eines der letzten Bilddokumente in die Geschichte eingehen, daß es wirklich mal Viehzeug gab, das hin- und herfliegen konnte ohne von jemandem geworfen worden zu sein?

Ich war übrigens bei Weitem nicht der Einzige, der am Wasser entlangspazierte, wie man auf dem nächsten Bild sehen kann, das vom Holbeinsteg aufgenommen wurde.

Es war wirklich schönes Wetter. Und wenn die Bäume ein wenig grüner wären, könnte man wirklich meinen, es sei schon Frühling.
 

 
Ein glückliches Päärchen
Doch was so toll zusammenpaßt, muß ja trotzdem nicht auf ewig halten.

Wie gut, daß es da so tolle Internetangebote gibt:

Need a new Girlfriend?

Dank an die sexyloser
 

 
Sonntag, 19. Februar 2006
 
Da war jemand kreativ

Nachdem mir ein Brieflein ins Haus geflattert kam das auch noch voll Blumen war, blieb mir doch wahrlich nichts anderes übrig, als ein wenig kreativ zu werden.
So habe ich also die Blümelein ein wenig ausgelegt bzw. ausgehängt. Dazwischen ist übrigens mein 'Flyer- Altar' zu sehen, dessen Herzstück, der stylische Taschenvorhang, auf ganz ähnliche Weise zu mir kam.

Dankeschön nochmal!
 

 
Freitag, 17. Februar 2006
 
Frau Kasper - Frau Suppenkasper
Kollegin K. mag es nicht, daß die Yamyam- Suppen immer so scharf sind.
Gut daß technisch versiertes Personal in der Nähe ist und sie darauf hinweisen konnte, daß das Scharf aus der Tüte mit dem roten Pulver kommt, und daß niemand gezwungen wird, die Tüte ganz in die Suppe zu leeren.
Kollegin K. ißt ab sofort Suppen mit halb soviel Scharf.

PS: die andere Hälfte der Tüte hab ich natürlich dankend angenommen.
 

 
Snow Impressions
Ja, wo war ich denn letztes Wochenende? Wird sich vielleicht die ein oder andere Blogbetreiberin gefragt haben - und sehnt sich nach Jack, obwohl der doch keinerlei Ersatz für mich darstellen kann.
Ja, wie man gut sehen kann, hatte ich es warm - ich will mich ja nicht ewig wie Alf anhören.
Entsprechend fiel eine Tätigkeit die man im Schnee treiben kann, für mich flach - das Skifahren, das ich eigentlich versuchen wollte.
Stattdessen im gutgeheizten Schwimmbad planschen (nachdem ich mir die vergessene Badehose nachgekauft hab - leider wollte mir niemand einen String leihen), einkaufen und kochen, feiern und ein wenig durch die Gegend laufen und Fotos schießen.

Ganz so einsam wie es aussieht wars da übrigens nicht. Hinter dem linken Bild wartete ein ganzer Idiotenhügel voller glücklicher Skifahrer die ich beneiden durfte. Und das rechts war schon nicht mehr idiotenmäßig sondern ein richtig steiler Hand den sich nur die Fahrer runtergetraut haben, die was konnten.

Was mich aber hinter der letzten Kurve erwartete hat mir glatt den Atem geraubt:
Hat hier doch glatt eine Gruppe von Moslems eine Jesuskarikatur in die Landschaft gesetzt. Kopfschüttelnd bin ich weitergezogen. wir leben doch in einer verrückten Welt....